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Abschlusstagung MIPS für Kids
Umwelt und Lebenswelt: Zukunft gewinnen mit Bildung für Nachhaltigkeit

Am 2. Dezember 1999 fand in der Stadthalle Wuppertal die Abschlusstagung des Umweltbildungsprojektes "Umwelt und Lebenswelt. Wie Kinder gestalten und gebrauchen. MIPS für KIDS" statt. Das mit den Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt brachte neue Impulse in die Umweltbildungsszene und weckte äußerst reges Interesse sowohl bei LehrerInnen, ErzieherInnen und MitarbeiterInnen zahlreicher Institutionen (u.a. Bildungsministerium NRW, Verbraucherzentrale NRW, Universitäten, Umweltämter, u.a.). Anlässlich der Tagung wurden die Projektergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt-Team - unterstützt von Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats und den kooperierenden Organisationen (Akademie Remscheid, Naturschutzjugend Deutschland, Earth Education) - präsentierte den 130 Konferenzteilnehmern die Lern- und Spielbausteine von MIPS für KIDS in verschiedenen Workshops. Die Vormittagssitzung moderierte Wolfram Huncke, Leiter der Kommunikation des Wuppertal Instituts.

Die Konferenz wurde von Prof. Dr. Peter Hennicke, dem Vize-Präsidenten des Wuppertal Instituts, eröffnet. Prof. Hennicke betonte die zunehmende Bedeutung von Umweltbildungsprojekten, die mit dem Einsatz unterschiedlicher Medien immer größere Teile der Gesellschaft erreichen. Dr. Peter Bartelmus, Direktor der Abteilung Stoffströme und Strukturwandel, wies darauf hin, daß der Erfolg von MIPS für KIDS dazu beigetragen habe, in der Abteilung eine neue Forschungsgruppe "Bildung für Nachhaltigkeit" entstehen zu lassen.

Dipl. Geog. Thomas Pyhel von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der das Projekt betreut hatte, betonte in seinem Grußwort den innovativen Charakter von MIPS FÜR KIDS.

Prof. Dr. F. Schmidt-Bleek, MIPS-Erfinder und Ehrengast der Konferenz, stellte das MIPS-Konzept vor. Er betonte, dass durch die Vermittlung neuer umweltpolitischer Ansätze in Kindergärten und Schulen langfristige Erfolge geschaffen würden.

Die Projektleiterin, Dr. Maria Welfens stellte die Projektergebnisse und die Erfahrungen während der Konzeptions- und Testphase dar:

* Die Grundlagenbroschüre "Mit Kindern neue Wege wagen", in der der neue Ansatz anschaulich erklärt und visualisiert ist, wurde an 5000 Interessenten verschickt.

* Das ökologische Einkaufsspiel "Sarahs Welt" (für Kinder von 9 bis 12 Jahren) wurde 24 mal in Schulen und Umweltbildungszentren getestet und evaluiert. Es wurden Multiplikatoren für das Spiel ausgebildet und fünf Spielesets produziert, die vom Institut ausgeliehen werden können.

* Das Figurentheaterstück "Pflückt man Jeans von Bäumen?" wurde 22 mal mit großem Erfolg aufgeführt. Zu dem Stück wurde eine Fortbildung über MIPS entwickelt. Es wurden auch Spielideen für Nachbereitung des Stücks für ErzieherInnen entwickelt und verfielfältigt. Das Stück wurde auch "verfilmt" und ist als Video erhältlich.

* Der Mips-Test "Bist Du fit für das 21. Jahrhundert?" wird in Kürze veröffentlicht und erscheint in der Abschlusspublikation des Projektes sowie im Internet

* Das Computerspiel "Mission Zukunft" auf CD-ROM wird als Demoversion Ende Februar fertig. Das Drehbuch für das ganze Spiel liegt vor.

Die im Projekt erarbeiteten Unterlagen (Spielaktionen, MIPS-Test, Folien, Arbeitsblätter, Drehbuch des Theaterstücks) lassen sich in unterschiedlicher Weise für die praktisch-pädagogische Arbeit verwenden, z. B. für Projektwochen und Ideenworkshops in Umweltbildungszentren, und für Vertretungsstunden.

Dr. Michael Kalff, verantwortlich für Koordination und pädagogische Begleitforschung, entwickelte in seinem Referat "Kriterien für nachhaltige Bildung" und fragte: wird MIPS FÜR KIDS diesen Kriterien gerecht? Seine Antwort "Ein differenziertes, aber eindeutiges "JA". MIPS FÜR KIDS besticht durch inhaltliche Innovation, Zukunftsbezug, gelungene methodische Umsetzung und Thematisierung eines sonst in der Umweltbildung eher gefürchteten Themas, nämlich des Konsums.

Die Projektbausteine wurden in vier Workshops präsentiert:

1. Theater als Medium für zukunftsfähige Bildung? durchgeführt von Frau Anne Podehl (Theater im Wind), Regisseurin des Stücks "Pflückt man Jeans von Bäumen?" Frau Podehl schilderte den Entstehungsprozess des Theaterstücks, die dazu gehörige Fortbildung sowie die Spielaktionen und berichtete über praktische Erfahrungen.

2. Aktionsspiele zur Vermittlung komplexer Inhalte: "Sarahs Welt", durchgeführt von Carolin Baedecker und Maria Welfens (Wuppertal Institut). Die Spielaktion wurde mit den Teilnehmern aktiv gespielt und ihnen Informationen zur selbständiger Leitung des Spiels vermittelt.

3. Neue Medien in der Umweltbildung und ihre Probleme: Das Computerspiel "Mission Zukunft", präsentiert von A. Meta (id:lab), U.Tischner (econcept) und G.Klarner (Naturfreundejugend Deutschland). Die Diskussion konzentrierte sich auf die Rolle der neuen Medien in der Umweltbildung. Es wurden auch die Arbeiten zur CD-ROM Mission Zukunft dargestellt und die Spielelemente präsentiert.

4. Projektlandschaft Bildung für Nachhaltigkeit - Inspiration für innovative Ansätze, präsentiert von Frank Mayer (DBU). Er stellte Erfahrungen aus zehn Jahren Projektförderung und Anforderungen an innovative Umweltbildungsprojekte aus Sicht der DBU vor.

5. Das MIPS-Konzept: Dieser angesichts der hohen Teilnehmerzahl spontan angebotene Workshop bot die Möglichkeit, mit Prof. Dr. Schmidt-Bleek über das MIPS-Konzept und seine Anwendungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Nach der Mittagspause folgte die Podiumsdiskussion zum Thema "Zukunft gewinnen mit Bildung für Nachhaltigkeit?", moderiert von Birgit Farnsteiner, ANU.

Diskutiert wurden Themen wie:

  • MIPS für KIDS als Beitrag zur Bildung für Nachhaltigkeit;
  • die Realität der Umweltbildung;
  • Entwicklungshemnisse des neuen Bereiches Bildung für Nachhaltigkeit; Ursachen mangelnder Wirksamkeitder Umweltbildung.

Heftige Kritik wurde an einem rein partizipatorisch orientierten Bildungsbegriff geübt, denn Bildung für gelingende Zukunft brauche auch antizipatorische Momente.

Das Abschlussreferat hielt Prof. Dr. Gerd Michelsen (Universität Lüneburg): zum Thema "Perspektiven einer Bildung für die zukunftsfähige Gesellschaft". Professor Michelsen legte zunächst unterschiedliche Aspekte eines veränderten Verständnisses von Umweltbildung im Kontext der Nachhaltigkeitsdebatte dar. Vor diesem Hintergrund charakterisiserte Michelsen das Projekt MIPS FÜR KIDS als ein "Vorhaben, dass den Anforderungen einer Umweltbildung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gerecht wird."

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