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Reinhild Bode

Qualität statt Masse - Spezialkaffee als Ansatz für eine öko-faire Gestaltung der Wertschöpfungskette?

Bericht aus dem Promotionskolleg, November 2007.

Welthandel findet im Zeitalter der Globalisierung zunehmend zwischen Unternehmen in transnationalen Wertschöpfungsketten statt. Dem Tausch von Waren, Dienstleistungen und Geld unterliegt dabei eine neue Rationalität: nicht mehr die für die Produktion eines bestimmten Gutes günstigsten Standorte werden bevorzugt, sondern diejenigen, die mit dem internationalen Wettbewerb durch Lohndumping und niedrige Umweltstandards mithalten können. Damit verbunden sind hohe ökologische und soziale Kosten, die in der Regel auf Dritte abgewälzt werden. Der Wertschöpfungskettenansatz erscheint für eine Betrachtung der Aspekte Ökologie und Fairness im Welthandel besonders geeignet. Seine Perspektive eröffnet nicht nur den Blick für die Arenen ökologischer und sozialer Missstände, sondern benennt ihre Verursacher und deckt Ungleichgewichte der Wertschöpfungsverteilung auf.
Das vorliegende Paper fasst in einem ersten, theoretischen Teil die dringendsten Probleme nicht nachhaltiger Wertschöpfungsketten zusammen. Auf der Suche nach einem Modell öko-fairer Wertschöpfungsketten werden Leitbilder entwickelt, welche den Akteuren der Wertschöpfungsketten ein Werte basiertes Denken vermitteln und zur Übernahme von Verantwortung anregen sollen. Die Überprüfung dieser Leitbilder erfolgt in einem zweiten, empirisch fundierten Teil am Beispiel des Kaffeesektors. Kaffee ist nach Erdöl die weltweit zweitwichtigste, legal gehandelte Ware und stellt eine wichtige Einkommensbasis für 25 Millionen Kleinbauern in Entwicklungsländern dar. Während Röster und Einzelhändler in den Industrieländern in der Lage sind, sich den Großteil der Wertschöpfung anzueignen, kämpfen die Kleinbauern bei schwankenden und sinkenden Weltmarktpreisen ums Überleben. Traditionell wurde diesem Dilemma durch input-intensive Produktivitätssteigerung und Massenproduktion begegnet. Dem stehen verschiedene Ansätze der Differenzierung durch Produkt- und Prozessstandards gegenüber. Dieser Beitrag stellt den Ansatz der Differenzierung unterschiedlicher Produktqualitäten in den Mittelpunkt. Zentrale Frage dabei ist, inwieweit einige der zuvor entwickelten Leitbilder durch diesen Ansatz verwirklicht werden und in welchem Verhältnis der Aspekt Qualität zu den anderen Dimensionen der Nachhaltigkeit steht.

>>> Weiterführende Literatur zum Thema Landuse & Livelihoods

>>> Informationen zum Promotionskolleg "Ökologie und Fairness im Welthandelsregime"

  Qualitaet statt Masse
>>> Qualität statt Masse
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