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Mark Starmanns
Fairness in globalen Wertschöpfungsketten durch Netzwerk-Governance?

Bericht aus dem Promotionskolleg, November 2007.

In globalisierten Märkten fehlt den Regierungen von Entwicklungsländern oft die Durchsetzungskraft dafür zu sorgen, dass global vereinbarte Arbeitsstandards im eigenen Land eingehalten werden. Deshalb findet die Regulierung von Kernarbeitsnormen zunehmend über private Akteure statt. Denn seit einigen Jahren haben Proteste und Skandale um Arbeitsbedingungen bei der Produktion in Niedriglohnländern zahlreiche Unternehmen aus Industrieländern veranlasst, ihren Produzenten und Zulieferern soziale Arbeitsstandards (Codes of Conduct) vorzuschreiben. Diese Standards sollen dazu beitragen, dass sich die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben verbessern und das Endprodukt in dieser Hinsicht unbelastet ist.

Doch diese private Governance sozialer Standards über die Wertschöpfungskette wird immer wieder als wenig effektiv und nicht legitim kritisiert. Deshalb interagieren Unternehmen zunehmend mit NGOs und Gewerkschaften am Unternehmensstandort sowie in den Produktionsländern, um die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern zu verbessern und um die Effektivität und Legitimation der Governance-Prozesse zu erhöhen. So sind beispielsweise in der Bekleidungsindustrie sieben freiwillige private "Governance-Netzwerke" entstanden.

An den empirischen Beispielen der Fair Wear Foundation (FWF) und der Business for Social Compliance Initiative (BSCI) untersucht Mark Starmanns, wie unterschiedlich solche Initiativen verfahren, um mit Hilfe von Stakeholdern zu einer faireren Gestaltung globaler Wertschöpfungsketten beizutragen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwiefern die Kooperation mit Stakeholdern die demokratische Legitimität der Initiativen erhöht, wobei insbesondere Aspekte der Partizipation und Transparenz analysiert werden.

Das Papier kommt zu dem Ergebnis, dass der Ansatz der FWF wesentlich stärker als der BSCI-Ansatz dazu beiträgt, dass Wertschöpfungsketten fairer gestaltet werden können. So hat die FWF diverse Mechanismen entwickelt, um betroffene Gruppen tatsächlich partizipieren zu lassen, und auch beim Einkauf wird stärker auf die Zulieferer Rücksicht genommen als beim BSCI-Ansatz. Der BSCI-Ansatz verfolgt demgegenüber nur die nötigsten Maßnahmen. Letztendlich sind jedoch beide Initiativen zu wenig transparent.

>>> Weiterführende Literatur zum Thema Verlagerung von Umweltbelastung

>>> Informationen zum Promotionskolleg "Ökologie und Fairness im Welthandelsregime"

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