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>>> Ökologie und Menschenrechte >>> Transnationale Gerechtigkeit
allgemeine Literatur zur Einführung
Rawls, John:
Eine Theorie der Gerechtigkeit.
Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1998.
Für den modernen Gerechtigkeitsdiskurs grundlegende Darstellung substantieller Fragen der zeitgenössischen Gesellschaften und ihrer politisch-sozialen Grundordnung. Rawls stellt zwei Prinzipien der Gerechtigkeit vor, die er vor dem Hintergrund der klassischen Vertragstheorien von Locke, Rousseau und vor allem Kant entwickelt.
Müller-Plantenberg, Urs:
Rawls weltweit.
In: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, Heft 121, 30. Jg., (2000), Nr. 4, S. 611-626.
Vor dem Hintergrund der Globalisierung fragt der Autor nach den bisher nicht - oder in nur unzureichendem Maße - gezogenen Konsequenzen der Rawlsschen Gerechtigkeitstheorie.
Radermacher, Franz Josef:
Balance oder Zerstörung. Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweit nachhaltigen Entwicklung.
Wien: Ökosoziales Forum Europa, 2002.
Skizziert weltweites ökonomisches Design, um zu einem robusten Pfad in die Nachhaltigkeit zu kommen. Strategieelemente sind Dematerialisierung um einen Faktor 10, Erhöhung des Weltsozialprodukts um einen Faktor 10, und sozialer Ausgleich durch assymetrische Wachstumsprozesse in Nord und Süd nach dem Konzept 4:34. Ein formelverliebtes, aber sehr anregendes Buch.
Martinez-Alier, Juan:
The Environmentalism of the Poor. A Study of Ecological Conflicts and Valuation.
Cheltenham: Edward Elgar, 2002.
Empirische und konzeptuelle Betrachtung jener Umweltkonflikte in der Welt, wo Subsistenzrechte örtlicher Gemeinschaften auf dem Spiel stehen. Versuch, eine Theorie ökologischer Ungerechtigkeit aus Perspektive des Südens zu entwickeln
Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.):
Das Jo'burg Memo: Ökologie - die neue Farbe der Gerechtigkeit. Memorandum zum Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung.
Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung, 2002.
Erarbeitet von sechzehn internationalen AktivistInnen, PolitikerInnen und PublizistInnen unter Leitung von Wolfgang Sachs für den Johannesburg-Gipfel. Formuliert eine Agenda internationaler Umweltpolitik unter dem Gebot der Fairness. Siehe auch unter
www.joburgmemo.org
Sachs, Wolfgang:
Nach uns die Zukunft. Der globale Konflikt um Gerechtigkeit und Ökologie.
Frankfurt: Brandes&Apsel, 2002.
Essays zum Verhältnis von Ökologie, Globalisierung und Gerechtigkeit in der Perspektive kulturwissenschaftlicher Umwelt- und Entwicklungsforschung
Koller, Peter (Hrsg.):
Gerechtigkeit im politischen Diskurs der Gegenwart.
Wien: Passagen Verlag, 2001.
Sammelband zur Einführung in die Grundlagen der Gerechtigkeitsidee aus philosophischer, soziologischer und ökonomischer Sicht. Im Rahmen der aktuellenDebatten werden die gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Bedingungen von Gerechtigkeit erörtert.
Krebs, Angelika:
Arbeit und Liebe. Die philosophischen Grundlagen sozialer Gerechtigkeit.
Frankfurt/Main: Suhrkamp, 2002.
Die Autorin betrachtet aus der Perspektive der Gerechtigkeit das Thema der Anerkennung verschiedener Arten von Arbeit und stellt den kurativen Liebesbegriff in Frage. In der fundamentalen Kritik am Begriff der relationalen Gerechtigkeit wird diesem die Konzeption absoluter Gerechtigkeit gegenübergestellt.
Fraser, Nancy:
Die halbierte Gerechtigkeit.
Frankfurt/Main: Suhrkamp,2001.
Kritische Diagnose der Situation zeitgenössischen politischen Denkens. Frazer zeigt Spielarten der Diskursanalyse auf, welche zur Überwindung der derzeitigen Abkoppelung des Kulturellen vom Sozialen geeignet sein könnten. Sie bemüht sich darum, kulturorientierte Politik und Sozialpolitik in die aktuellen Debatten der feministischen Theorie zu integrieren.
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Ökologie und Menschenrechte
Braßel, Frank; Windfuhr, Michael:
Welthandel und Menschenrechte,
Bonn: Dietz, 1995.
Auf Anschaulichkeit bedachtes Buch, das mit zahlreichen Fallgeschichten darstellt, wie Sozial- und Umweltrechte im Süden durch die Marktmacht von Unternehmen an den Rand gedrückt werden. Sehr gut zur Einführung.
Steiner, Henry J.; Alston, Philipp (eds):
International Human Rights in Context.
Oxford: Clarendon Press, 1996.
Sammlung von Kommentaren und Texten zur internationalen Kodifizierung und Institutionalisierung des Schutzes der Menschenrechte. Autoritativer Überblick über das Feld mit repräsentativen Sekundärtexten, welche in die einschlägigen Debatten einführen.
Pogge, Thomas:
World Poverty and Human Rights.
Cambridge: Polity Press, 2002.
Anspuchsvolles, systematisches Buch eines Philosophen aus der Schule von John Rawls. Begründet die Rechte der Schwachen und die Pflichten der Mächtigen vor dem Hinttergrund der weltweiten Armutskrise.
Shue, Henry:
Basic Rights. Subsistence, Affluence and U.S. Foreign Policy.
Princeton: Princeton University Press, 1980.
Frühes, einflussreiches Buch, das Rolle und Ort von Subsistenzrechten im Denken über Menschenrechte aufzuweisen versucht.
Barnes, Peter:
Who owns the sky? Our common assets and the future of capitalism.
Washington et al.: Island Press, 2001.
Gut lesbares Einsteigerbuch zur Frage innerstaatlicher Klimagerechtigkeit: Wie kann gewährleistet werden, dass die zwischen Staaten ausgehandelten Emissionsrechte auch tatsächlich den einzelnen BürgerInnen zugute kommen? Es wird die Idee eines "Sky Trust"entwickelt, der die Emissionsrechte eines Landes verwaltet und leitet die durch deren Verkauf erzielten Einnahmen an die einzelne BürgerIn weiterleitet.
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Transnationale Gerechtigkeit durch gleiche Nutzungsrechte an natürlichen Ressourcen?
>>> Recht auf Nutzung der Atmosphäre
>>> Recht auf Nutzung genetischer Ressourcen
Recht auf Nutzung der Atmosphäre
Banuri, Tariq; Weyant, John:
Setting the Stage: Climate Change and Sustainable Development.
In: B. Metz, O. Davidson, R. Swart und J. Pan (Hrsg.),
Climate Change 2001: Mitigation. Contribution of Working Group III to the Third Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change.
Cambridge et al.: Cambridge University Press, 2001, pp 73-114.
Der Text aus dem Sachstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change bietet einen Überblick über den Zusammenhang wirtschaftlicher Entwicklung und Freisetzung von Treibhausgasemissionen vor dem Hintergrund "gerechter" Klimapolitik. Es werden der bisherige Verlauf internationaler Klimapolitik und mögliche Zielperspektiven diskutiert.
Baer, Paul; Harte, John; Haya, Barbara; Herzog, Antonia V.; Holdren, John;
Hultman, Nathan E.; Kamen, Daniel M.; Norgaard, Richard B.; Raymond, Leigh:
Equity and Greenhouse Responsibility.
In: Science 289 (2000), p. 2287.
Zusammenfassung von Argumenten für das gleiche Recht einer jeden WeltbürgerIn auf Nutzung der Atmosphäre: Auf nur einer Seite wird ein gut begründetes und überzeugend vorgetragenes Plädoyer für die Verankerung des Prinzips gleicher pro Kopf-Emissionsrechte bei der Fortentwicklung des Klimaregimes gehalten. Weitere Ausführungen finden sich in Athanasiou/Baer: Dead Heat. Global Justice and Global Warming. New York: Seven Stories Press, 2002.
Grubb, Michael; Sebenius, James; Magalhaes, Antonio; Subak, Susan:
Sharing the Burden.
In: Irving M. Mintzer (Hrsg.),
Confronting Climate Change. Risks, Implications and Responses.
Cambridge: Cambridge University Press, 1992, p. 305-322.
Klassiker aus den Anfangsjahren der Klimapolitik. Es werden verschiedene Möglichkeiten der Verteilung von Emissionsrechten dargelegt und nach ihrer moralischen Begründbarkeit gefragt. Als Einstiegstext in die Debatte noch immer wertvoll.
Baumert, Kevin A. (ed.):
Building on the Kyoto-Protokoll: Options for
Protecting the Climate.
Washington: World Resources Institute, 2002.
Überblick über die gegenwärtig in Politik und Wissenschaft diskutierten Optionen für die (gerechte) Fortentwicklung des Klimaregimes. Verschiedene AutorInnen schildern aus unterschiedlichen Perspektiven und Haltungen ihre Vorstellungen für die mittel- und langfristige Ausgestaltung globaler Klimapolitik. Das Buch steht unter http://climate.wri.org/pubs_pdf.cfm?PubID=3762 als Download zur Verfügung.
Barnes, Peter:
Who owns the sky? Our common assets and the future of capitalism.
Washington et al.: Island Press, 2001.
Gut lesbares Einsteigerbuch zur Frage innerstaatlicher Klimagerechtigkeit: Wie kann gewährleistet werden, dass die zwischen Staaten ausgehandelten Emissionsrechte auch tatsächlich den einzelnen BürgerInnen zugute kommen? Es wird die Idee eines "Sky Trust"entwickelt, der die Emissionsrechte eines Landes verwaltet und leitet die durch deren Verkauf erzielten Einnahmen an die einzelne BürgerIn weiterleitet.
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Recht auf Nutzung genetischer Ressourcen
Brand, Ulrich; Görg, Christoph:
Access & Benefit Sharing. Zugang und Vorteilsausgleich - das Zentrum des Konfliktfelds Biodiversität.
Bonn: Germanwatch; Forum Umwelt & Entwicklung, 2001.
Ein gut lesbarer und fundierter Einstieg in das Thema "Zugang und Nutzung genetischer Ressourcen" vor dem Hintergrund eines kritischen Blicks auf die internationale Biodiversitätspolitik und der Rolle des Staates im Widerstreit mit lokalen Bevölkerungsgruppen. Es werden die bisherigen völkerrechtlichen Regelungen vorgestellt und Konfliktfälle zwischen verschiedenen Regelwerken (CBD vs. TRIPS) dargelegt.
WTO - World Trade Organization:
The relationship between the TRIPs Agreement and the Convention on Biological Diversity. IP/C/W/368.
Genf: WTO, 2002.
Das Dokument gibt einen Überblick über die (potentiellen) Konflikte zwischen dem TRIPS-Abkommen (insbes. Art. 27.3b) und der UN-Biodiversitätskonvention. Es ermöglicht eine Zuordnung einzelner Länderpositionen, so dass sich die Verhandlungskonstellationen nachvollziehen lassen. Im Anhang sind alle einschlägigen Dokumente des TRIPS-Council aufgelistet.
Ekbere, J. A.:
The OAU's Model Law. The Protection of the Rights of Local Communities, Farmers and Breeders, and for the Regulation of Access to Biological Resources. An Explanatory Booklet.
Lagos: Organization of African Unity, 2001.
Ein Handbuch zum Modell-Gesetz der "Organization of African Unity", das afrikanischen Regierungen einen Leitfaden für den Erlass von Regelungen zum Zugang und zur Nutzung genetischer Ressourcen bieten soll. Es wird beispielhaft gezeigt, wie eine Stärkung lokaler Gemeinschaftsrechte gegenüber einem externen Zugriff auf biologische Ressourcen ausgestaltet werden kann. Der Text ist unter http://www.grain.org/publications/oau-booklet-en.pdf als Download abrufbar, der Originaltext des "OAU's Modell Law" findet sich unter http://www.grain.org/docs/oua-modellaw-2000-en.pdf .
Kuppe, René:
Indigene Völker, Ressourcen und traditionelles Wissen.
In: U. Brand, M. Kalcsics (Hrsg.),
Wem gehört die Natur? Konflikte um genetische Ressourcen in Lateinamerika. Atención! Jahrbuch des österreichischen Lateinamerika-Instituts. Band 5.
Frankfurt/M.: Brandes & Apsel, 2002, S. 112-133.
Es wird das vielfältige sozio-ökologische Beziehungsgeflecht von traditionell lebenden indigenen Völkern zu der sie umgebenden Natur dargestellt. So wird gezeigt,, dass die Bewahrung biologischer Vielfalt integraler Bestandteil der von diesen Gemeinschaften praktizierten Ressourcennutzung sei. Als eine neue Form der Kolonisierung gefährdet das gegenwärtige System intellektueller Eigentumsrechte den komplexen Zusammenhang zwischen Mensch und Natur.
Shiva, Vandana:
Biopiraterie. Kolonialismus des 21. Jahrhunderts. Eine Einführung.
Münster: UNRAST-Verlag, 2002.
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