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Thema "landuse & livelihoods"

Leitfrage: Wie beeinflusst die Globalisierung die Verschränkung von Überkonsum im Norden und Flächenbelegung im Süden?

Zur Versorgung der Konsummärkte in Europa werden Flächen außerhalb Europas genutzt. Diese Nachfrage nach Flächenressourcen hat mitunter sozial, kulturell und ökologisch problematische Folgen. Denn Land ist im allgemeinen ein knappes Gut, und seine Nutzung für den Lebensunterhalt kann mit einer Nutzung für cash crops oder einer Nutzung zur Erzeugung von Bio-Rohstoffen konkurrieren.

Das Thema "Landuse und Livelihoods" widmet sich der Frage, wie viel produktive landwirtschaftliche Flächen der Norden, insbesondere EU und Deutschland, im Süden für seine Importe beansprucht ("ökologischer Flächenrucksack"). Am Beispiel der Baumwolle kann dargestellt werden, wie Entwicklungsländer ihre lokalen Ressourcen einerseits für die exportorientierte Landwirtschaft übernutzen und degradieren, sie andererseits der einheimischen Nahrungsproduktion und Selbstversorgung entziehen, und in wieweit ein Zwang dazu von der Agrar- und der Handelspolitik der Industrieländer ausgeht. Dabei sind folgende weitere Fragen von Bedeutung:
• Welche Faktoren bringen die Degradationswirkungen hervor? Wie sind in Industrieländern entwickelte Bodenbearbeitungsmethoden daran beteiligt, welche an die Bedingungen in südlichen Ländern nicht angepasst sind?
• Was wurde inzwischen an besser angepassten Verfahren der Landbewirtschaftung entwickelt, und welche Wirtschaftsstrukturen stehen der Einführung dieser Verfahren entgegen?
• Wieweit führt die Vertreibung bzw. Flucht von Menschen aus ihren angestammten Siedlungs- und Nahrungsräumen zu wachsenden Ungleichgewichten sowohl zwischen ländlichen und städtischen Regionen als auch innerhalb der Städte?
• Woran müssen Produktionsverfahren und Produktionsstrukturen sich anpassen, um nachhaltig zu sein?
• Welche (überkommenen) Naturverhältnisse, Geschlechterverhältnisse und Eigentumsverhältnisse behindern eine nachhaltige Landnutzung, und welche fördern sie?
• Wie kann die Vielfalt durch regionale Produkte gefördert werden, die der jeweiligen Kultur entsprechen, durch Exportorientierung aber verdrängt werden?

>>> Weiterführende Literatur

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Scherhorn
Forschungsgruppe "Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren"
Tel.: +49 / 202 - 2492 - 175
Fax: +49 / 202 - 2492 - 145
E-Mail: gerhard.scherhorn@wupperinst.org

 
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