Monika Dittrich Weniger in Anspruch nehmen und gerechter verteilen.
Ein Konzept für ein Handelssystem mit globaler Dematerialisierung und einer gerechter verteilten Ressourceninanspruchnahme als Zielsetzung.
Bericht aus dem Promotionskolleg, November 2007.
Die steigende Inanspruchnahme der Natur durch die Menschen und die großen Unterschiede der Inanspruchnahmen zwischen Armen und Reichen sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit. In diesem Paper wird die globale Dematerialisierung, also die Minderung des weltweiten Ressourcenverbrauchs, als das zentrale ökologische Ziel gesehen und diskutiert, wie insbesondere der Handel zu diesem Ziel beitragen kann. Es wird argumentiert, dass Einsparungen von Ressourceninanspruchnahmen durch gezieltes Ausnutzen von physisch-geographisch sowie gesellschaftlich bedingt unterschiedlichen Ressourceninanspruchnahmen bei der Produktion von Gütern möglich und mit Indikatoren aus dem Bereich der Stoffstromanalyse messbar sind.
Handelsinduzierte Umverteilungen von Ressourceninanspruchnahmen werden unter dem Blickpunkt internationaler Ressourcengerechtigkeit thematisiert. Ausgangspunkt ist, dass Handel dazu führt, dass der Vorteil der Güternutzung und der Nachteil der Umweltbelastungen, die bei der Produktion entstehen, räumlich getrennt werden. Anhand des Jahres 2000 wird auf der Grundlage von physischen Handelsbilanzen beispielhaft aufgezeigt, inwiefern sich durch den Handel die Vorteile der Nutzung und die Nachteile der Umweltbelastungen zwischen reichen und armen Ländern verschoben haben. Preise, hier in Form von monetären Handelsbilanzen angeschaut, werden als monetäre Entschädigungen betrachtet und ebenso beispielhaft für das Jahr 2000 untersucht.
Zum Schluss werden drei allgemeine Kriterien abgeleitet, mit denen bewertet werden kann, inwiefern internationaler Handel zu dem Ziel der globalen Dematerialisierung sowie zu einer ressourcengerechteren Verteilung zwischen Armen und Reichen beiträgt. Es wird ein Ausblick gegeben, wie ein Handelssystem aussähe, das ausschließlich diese drei Kriterien berücksichtigt.
>>> Weiterführende Literatur zum Thema Verlagerung von Umweltbelastung
>>> Informationen zum Promotionskolleg "Ökologie und Fairness im Welthandelsregime"
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