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Gregor Kaiser
Geistige Eigentumsrechte an genetischen Ressourcen - weder ökologisch noch sozial gerecht.

Bericht aus dem Promotionskolleg, November 2007.

In diesem Paper werden die Schwierigkeiten ökologischer Gerechtigkeit im Konfliktfeld Eigentumsrechte an Saatgut ausgearbeitet. Es wird gezeigt, inwiefern geistige Eigentumsrechte auf Saatgut sozial ungerecht und ökologisch destruktiv sind und von ökologischer Gerechtigkeit nur dann gesprochen werden kann, wenn diese Art kapitalistischer Inwertsetzung begrenzt wird. In einem ersten Schritt werden negative Effekte geistiger Eigentumsrechte an genetischen Ressourcen benannt und ihre konkreten Auswirkungen auf die Gesellschaften dargestellt. Kontrollfunktion, Vorrang von Profiten gegenüber Menschenrechten, Umverteilung finanzieller Ressourcen von Arm zu Reich, Wissensverlust und Biopiraterie sind nur die prägnantesten Folgen und gleichzeitig Ansatzpunkte für die geistige Eigentumskritik sozialer Bewegungen. In einem zweiten Schritt wird die Dichotomie Gesellschaft - Natur aufgelöst und mit Hilfe des Konzepts der gesellschaftlichen Naturverhältnisse ein Ökologieverständnis entwickelt, welches Fragen sozialer Gerechtigkeit einschließt und zu einem besseren Verständnis des Zusammenhangs von biologischer und kultureller Vielfalt beiträgt. Mit Hilfe der bereits entwickelten ökologischen Gerechtigkeitskonzeptionen von Wolfgang Sachs und dem Environmental Justice Movement lassen sich dann Elemente festhalten, die erforderlich sind, um eine ökologischere und gerechtere Politik im Konfliktfeld um Eigentumsrechte und genetische Ressourcen umzusetzen.

>>> Weiterführende Literatur zum Thema Umwelt und WTO

>>> Informationen zum Promotionskolleg "Ökologie und Fairness im Welthandelsregime"

  Geistige Eigentumsrechte