Suffizienz ist die Frage nach dem rechten Maß.
Nachhaltigkeit ist nur mit einer dreifachen Strategie zu erreichen. Öko-Effizienz, also die Erhöhung der Ressourcen-Produktivität, ist weithin anerkannt. Konsistenz bezeichnet den Übergang zu naturverträglichen Technologien, die die Stoffe und die Leistungen der Ökosysteme nutzen ohne sie zu zerstören. Beide Strategien kommen erst zum Ziel, wenn sie von Öko-Suffizienz flankiert werden. Gemeint ist damit eine Lebens- und Wirtschaftsweise, die dem Überverbrauch von Gütern und damit von Stoffen und Energie ein Ende setzt.
Die Erkenntnis leitenden Fragen einer Öko-Suffizienz-Forschung heißen:
- Welche persönlichen, sozialen und politischen Bedingungen stehen einer Orientierung an maßvollen Verbräuchen im Wege, und wie lassen sich diese Hemmnisse überwinden?
- Mit welchen Einsichten und Handlungsweisen lassen sich Weniger- und Anderverbrauch von Ressourcen in die Breite der Bevölkerung vermitteln? Auf welche Weise ist das herrschende Wohlstandsverständnis in seiner starken Bindung an materielle Güter so veränderbar, dass eine die natürlichen Lebensgrundlagen schonende Entwicklung in der Gesellschaft Wurzeln schlagen kann?
- Welche wirtschaftlichen und sozialen Folgen hat ein maßvolles Handeln in Haushalten, Unternehmen und Institutionen für Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftswachstum?
Mit Vorrang zu bedenken sind Strategien und Instrumente, die die politischen Voraussetzungen schaffen, unter denen suffizientes Leben und Wirtschaften gefördert anstatt erschwert oder gar wirkungslos gemacht werden. Ebenso ist zu fragen, wie und wie weit Unternehmen ihre Mitverantwortung für eine nachhaltige Entwicklung in ihre Unternehmensziele einbeziehen können, und wo die Widerstände liegen.
Die genannten Problemanzeigen bilden einen konstitutiven Fragehorizont in den beiden jüngsten gemeinsamen Studien des Institutes, dem 2005 veröffentlichten Report "Fair Future" und dem Nachfolgeband der 1996 veröffentlichten Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" unter dem Titel "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt".