Seit seiner Gründung 1991 arbeitet das Wuppertal Institut an Visionen für eine nachhaltige und CO2-arme Gesellschaft. Heute liefern alle vier Forschungsgruppen des Instituts Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten dieses Themas.
Bereits 1990 propagierte die Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt" des deutschen Bundestags eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes in Deutschland um 80 Prozent bis 2050. Auf dieser Zielvorgabe begründet, hat das Wuppertal Institut verschiedene Langfrist-Szenarien für das deutsche Energiesystem entwickelt. Diese Szenarien zeigen, dass vor allem eine bedeutend effizientere Energienutzung sowie ein vermehrter Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung und der Erneuerbaren Energien zu einem CO2-armen Energiesystem beitragen können. Diese Szenarien dienen u. a. als Grundlage für die Langfrist-Energiestudie der Bundesregierung, die jährlich vom Bundesumweltministerium aktualisiert wird. Auch für die Tschechische Republik hat das Wuppertal Institut im Auftrag verschiedener Umweltverbände ein Langfrist-Energieszenario entwickelt.
Aber auch die Klimaschutzpolitik von Kommunen sollte sich strategisch am langfristigen Ziel der kohlenstoffarmen Gesellschaft orientieren. Wie dies aussehen kann, hat das Wuppertal Institut kürzlich für München gezeigt. Die Stadt kann ihre CO2-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um bis zu 90 Prozent reduzieren. Das ist das Ergebnis der Studie "Sustainable Urban Infrastructure: München - Wege in eine CO2-freie Zukunft" im Auftrag der Siemens AG. Sie demonstriert, dass die Wandlung einer Metropole in einen annähernd CO2-freien Ballungsraum eine große Aufgabe ist, die nur bewältigt werden kann, wenn das Ziel von allen Beteiligten mit hoher Priorität verfolgt wird. Gefordert sind Entscheider, Verwaltungen, Energieversorger und Stadtplaner aber auch Investoren und Bürger.