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FAKTOR VIER - Frequently Asked Questions
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Fragen und Antworten zu FAKTOR VIER
1. Was ist FAKTOR VIER?
Hinter FAKTOR VIER steht der Gedanke, dass man in allen Lebensbereichen den Verbrauch von natürlichen Ressourcen effizienter gestalten kann: Entweder um mit den vorhandenen Rohstoffen mehr an Produkten, Dienstleistungen und Lebensqualität zu gewinnen, oder um für ein gleichbleibendes Niveau weniger Ressourcen zu verbrauchen. Dieser Gedanke wurde im Buch "Faktor Vier - Doppelter Wohlstand, halbierter Naturverbrauch" dargestellt. Dort werden auch fünfzig Beispiele neuer oder verbesserter Technologien beschrieben, die eine höhere Ressourceneffizienz bewirken.
2. Ist FAKTOR VIER eine Utopie, ein Ziel oder ein Indikatorensystem?
FAKTOR VIER ist eine Entscheidungsregel, die für das Thema Ressourceneffizienz sensibilisiert. Der Faktor "4" ist dabei grundsätzlich nicht als strenge zahlenmäßige Vorgabe zu verstehen. Im Einzelfall mag die neue Technologie nur dreimal so effizient sein wie die bisher genutzte. In anderen Fällen, z.B. bei Kombination verschiedener Technologien und Verfahren mag die Effizienz deutlich höher liegen. FAKTOR VIER ist normativ, weil als Soll-Größe eine Halbierung des Naturverbrauchs angegeben wird.
3. Was bedeuten die Konzepte "ökologischer Rucksack", Materialintensität und "ökologischer Fußabdruck"?
Die Konzepte machen den Verbrauch natürlicher Ressourcen auf verschiedene Weise anschaulich. Der ökologische Fußabdruck beschreibt den Flächenverbrauch eines Landes, wenn man die Flächen addiert, die seine Bewohner für ihren Bedarf benötigen: Bauland für Wohnungen, Acker- und Weideflächen für Nahrung, Verkehrsflächen usw. Diesen Wert kann man auf den einzelnen Menschen herunterrechnen. Je nachdem, wie individuell und regional unterschiedlich die Lebensweise ausfällt, verändert sich auch der Flächenverbrauch und damit die Größe des Ökologischen Fußabdruckes. Hintergrund für diese Überlegungen ist die ökologische Tragfähigkeit der Erde: Wieviel Menschen können auf der zur Verfügung stehenden, bewohn- und bebaubaren Fläche der Erde leben? Wie viele Rohstoffe kann eine bestimmte Fläche dem Menschen liefern, und wie viele Abfälle aufnehmen, ohne dass Schäden an der Natur entstehen?
Beim ökologischen Rucksack geht man von einer einzelnen Maßnahme aus, deren ökologisches Belastungspotential man beschreiben möchte. Als Materialintensität wird das Gewicht aller Materialien charakterisiert, die für einen bestimmten Zweck bewegt werden (z.B. Baumaterialien, Erdmassen, die im Vorfeld des Baus bewegt werden müssen, oder Energieträger). Ökologische Rücksäcke sind der wirtschaftlich nicht verwertete Anteil daran (z.B. Bodenaushub). Sie fallen überwiegend in Entwicklungsländern an. Diese Massen werden auf Produkte bzw. Wirtschaftsräume oder den einzelnen Menschen herunter gerechnet.
Dieser Überlegung liegt zu Grunde, dass gerade Stoffströme direkt (z.B. bei der Entnahme aus der Natur) oder indirekt (Energieverbrauch für den Transport) in die Umwelt eingreifen. Beide - ökologischer Rucksack und ökologischer Fußabdruck - helfen, bestimmte Lebens-, Arbeits- und Produktionsweisen bezüglich ihrer Umweltverträglichkeit zu bewerten.
4. Kosten FAKTOR-VIER-Produkte und -Technologien mehr Geld als die üblichen Technologien? - Lohnt sich die Anschaffung überhaupt?
Wie in anderen Bereichen auch, z.B. bei Unterhaltungselektronik und Computern, sind neue Technologien am Anfang oft teurer. Doch wenn sie sich weiter verbreitet haben und in höheren Stückzahlen produziert werden, sinken auch die Preise. Zudem folgen auf die höheren Anschaffungskosten niedrigere Verbrauchskosten, weil ja Ressourcen wie Energie z.B. in Form von Strom oder Benzin gespart werden. So kann es sich insgesamt lohnen.
Manche Technologien werden erst auch dann rentabel, wenn für Rohstoffe und Energie ein Preis gezahlt werden muss, der den ökologischen Kosten ihrer Gewinnung und Nutzung entspricht, wenn also "die Preise die ökologische Wahrheit sagen". Da dann aber z.B. der Energieverbrauch durch die neue Technologien deutlich geringer ausfällt, müssen die Kosten insgesamt gegenüber heute nicht höher liegen. Außerdem sind viele FAKTOR-VIER-Produkte einfach schick.
5. Wie kann ich die FAKTOR-VIER-Idee unterstützen?
FAKTOR VIER kann von allen, nicht nur von Unternehmen unterstützt werden. FAKTOR VIER ist kein Verein, bei dem man Mitglied werden oder für den man spenden kann. Aber jeder kann in seinem eigenen beruflichen und privaten Umfeld nach Möglichkeiten suchen, Rohstoffe und Energie zu sparen. Oft genügen leichte Veränderungen von Gewohnheiten. Und immer öfter findet man, zumal im Wohnbereich, neue oder verbesserte Technologien. Über die Website des Wuppertal Institut erfahren Sie viele Adressen aus Ihrem Bereich.
6. Gibt es eine Art "TÜV", der FAKTOR-VIER-Technologien testet? Oder ein vertrauenswürdiges Kennzeichen, z.B. ein Prüfsiegel?
Mit dem FAKTOR-VIER-Internetportal des Wuppertal-Instituts entsteht ein Forum, das bei dem Einsatz ressourcenschonender Technologien helfen soll. Die dort aufgenommenen Technologien wurden von Ihren Entwicklern und Herstellern nach vom Wuppertal Institut festgelegten Kriterien beschrieben. Ein Prüfsiegel gibt es nicht. Externe Gutachter, wie z. B. der TÜV, können bei Bedarf hinzugezogen werden und sind eingeladen, sich in Eigeninitiative an die Hersteller zu wenden.
Schließlich besteht für Anwender die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit einer bestimmten Technologie im FAKTOR-VIER-Portal zu veröffentlichen. Auf diese Weise entsteht eine Kommunikationsplattform, auf der Hersteller, Sachverständige und die interessierte Öffentlichkeit in ständiger Rückkopplung an einer hohen Qualität der vorgestellten Lösungen mitwirken.
7. Wir haben gerade erst ein Öko-Audit durchführen lassen. Ist das nicht genug?
Durch das Öko-Audit kennen Sie den Ressourcenverbrauch in Ihrem Unternehmen. Und wahrscheinlich haben Sie Maßnahmen zur Einsparung von Rohstoffen und Energie schon geplant oder bereits eingeleitet. FAKTOR-VIER-Technologien können Ihnen bei der weiteren Umsetzung helfen. Oder Sie entwickeln selbst solche Technologien: Zunächst zur Optimierung der eigenen Prozesse, und später als Verkaufsartikel. FAKTOR VIER findet seinen Platz im produktions- ebenso wie im produktorientierten Umweltschutz. FAKTOR-VIER-Technologien können also sowohl auf Seiten Ihrer Kosten als auch auf Seiten Ihrer Einnahmen wirken und so Ihre Gewinne steigern. Wenn Sie einen Schritt weitergehen wollen, ist FAKTOR VIER für Sie richtig.
8. Ist FAKTOR VIER nur etwas für die "reichen" Länder? Oder profitieren auch die sogenannten "Entwicklungsländer" von der Idee?
In Industrieländern können FAKTOR-VIER-Chancen helfen, die Natur durch geringeren Ressourcenverbrauch zu entlasten, ohne im gleichen Maße den Lebensstandard zu verringern. In sog. "Entwicklungsländern" können sie helfen, ohne weiteren Raubbau an der Natur den Lebensstandard zu erhöhen. Schwellenländer finden Abkürzungen zu einem Wohlstand mit weniger Umweltbelastungen.
FAKTOR-VIER-Technologien schaffen keine Einbahnstraße als Exportartikel von Industrie- in Entwicklungsländer. Traditionelle Techniken aus ärmeren Ländern (z.B. für die Kühlung von Räumen in der heißen Jahreszeit) können in reicheren Ländern ebenfalls zu Rohstoff- und Energieeinsparungen beitragen (z.B. indem sie den Bedarf an Klimaanlagen in Wohn- und Bürogebäuden reduzieren).
Arme und reiche Länder und Bevölkerungsschichten können von FAKTOR-VIER-Technologien profitieren. Es kommt darauf an, für die jeweilige Zielgruppe attraktive, institutionell und kulturell angepasste Lösungen zu finden.
9. Steht FAKTOR VIER für ungebremsten Technologieoptimismus und gegen Vorstellungen von einem einfachen Leben?
Nein. FAKTOR VIER ist für viele Lebensstile offen. Die Entdeckungsreisen zum FAKTOR VIER machen Mut zu Veränderungen. Ein neuer technischer Fortschritt ist Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels.
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