Die weltweiten Umweltveränderungen sind dramatisch nicht nur bezogen auf den rasanten Klimawandel. Allgemein zeigt sich, dass Abbau, Umwandlung und der gesamte Lebensweg von Rohstoffen mit beträchtlichen Umweltbelastungen verbunden sind. Das wirtschaftliche Wachstum in Schwellenländern und die weiterhin hohe Nachfrage nach Rohstoffen in Industrieländern erhöhen den Druck auf die natürliche Umwelt. Die Herausforderung lautet, einen qualitativ verbesserten Wohlstand mit deutlich sinkenden Umweltbelastungen zu verbinden.
Öko-Innovationen zeigen die Chancen, die für alle Wirtschaften in dieser Herausforderung liegen. Das Wuppertal Institut hat seit seinem Bestehen mit Konzepten wie "Faktor Vier" (Ernst Ulrich von Weizsäcker), "Faktor 10" (Friedrich Schmidt-Bleek) und "Energieeffizienzrevolution" (Peter Hennicke) zur Umsetzung dieser Chancen geforscht. Fokussiert wird auf die Erhöhung der Ressourcenproduktivität, d. h. auf den lebenszyklusweit minimierten Faktoreinsatz von natürlichen Ressourcen bei steigenden wirtschaftlichen Leistungen. Zur Messung und Bewertung der Materialintensität sind einschlägige Konzepte wie MIPS entwickelt worden. Die Forschungsarbeiten untersuchen die These, dass derartige Öko-Innovationen trotz etlicher Hemmnisse als Leitmärkte der Zukunft etablierbar sind und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Öko-Innovationen und die Schlüsselstrategie einer Erhöhung der Ressourcenproduktivität folgen dem Leitbild einer in natürliche Stoffkreisläufe eingebetteten Wirtschaft mit minimalem Ressourcenverbrauch, die sich nicht zu Lasten anderer Regionen entwickelt. Ein Ziel zur Operationalisierung dieses Leitbilds ist die Entkoppelung von ökonomischem Wachstum einerseits und dem Verbrauch von Ressourcen andererseits. Die Einrichtung des UNEP-Weltressourcenrats "International Panels for Sustainable Resource Management", in dem Stefan Bringezu Mitglied ist, unterstreicht die große Bedeutung dieser Thematik für eine zukunftsfähige Entwicklung.
Das Thema Online "Öko-Innovationen" präsentiert aktuelle und interessante Praxisbeispiele, die zum Download bereitstehen. Sie machen den erforderlichen Systemwandel konkret. Solche Öko-Innovationen können technischer, institutioneller, organisatorischer oder sozialer Art sein. Hier liegt das Augenmerk vorrangig auf funktionalen Innovationen und Systeminnovationen mit einem sichtbaren Ressourcenbezug, welche sich bei Erstanwendungen von Pionieren als machbar und rentabel erwiesen haben. Zugleich werden für die Praxisbeispiele Hemmnisse und Probleme gezeigt, die diese Zukunftsmärkte behindern sowie Politikvorschläge gegeben.